Originale in Pastell: Warum ihre Verletzlichkeit zu ihrer Präsenz gehört
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Wenn wir an Pastell denken, denken wir vielleicht an Kreidepastelle, Kinderkreide oder an die Skizzen von Degas. All das sind berechtigte Assoziationen. Doch ich möchte das Pastell an seinen rechtmäßigen Platz rücken: als echtes künstlerisches Medium.
Wie Ölgemälde verdienen Pastellbilder meiner tiefen Überzeugung nach einen eigenen Platz. Obwohl sie im Lauf der Geschichte immer wieder in und aus der Mode kamen, scheinen sie nie einen dauerhaften Sitz am Tisch der eigenständigen vollendeten Kunstwerke gefunden zu haben.
Deshalb werfen Originale in Pastell auch sehr praktische Fragen auf: Werden sie verwischen? Wie müssen sie gerahmt werden? Sind sie alterungsbeständig? Und was bedeutet es, sie richtig zu pflegen? Ich möchte diese Fragen beantworten, ohne das Medium auf seine Risiken zu reduzieren.
Kurz gesagt: Originale in Pastell besitzen empfindliche Oberflächen, sind jedoch keine vergänglichen Werke. Professionell hinter UV-schützendem Glas gerahmt, vor Feuchtigkeit und direktem Sonnenlicht bewahrt und sachgerecht behandelt, können sie über Generationen leuchtend bleiben.
Farben, die man beinahe schmecken könnte

Beinahe reines Pigment besitzt etwas so unbeschreiblich Magisches. Stellen Sie sich Ölfarbe höchster Qualität vor, jedoch unverfälscht durch das Öl selbst. Hochwertige Ölfarben bestehen im Wesentlichen tatsächlich nur aus Pigment und Öl, mit so wenigen Zusätzen wie möglich. Der nächste Schritt auf dieser Skala ist daher das Pastell.
Aus meiner Sicht als Künstler gibt es kaum etwas Üppigeres und Köstlicheres als dieses reine Farbpulver. Auch seine Herstellung ist eine Kunstform, beinahe so kompliziert wie die Kunst, die damit entsteht. Da es praktisch reines Pigment ist, besitzt jedes Pigment einen anderen „Durst“: eine andere Menge Wasser, die es aufnehmen kann, und eine andere Menge Bindemittel, die es braucht, um seine Form zu behalten. Zu viel davon, und man erhält einen Steinblock, der womöglich überhaupt keine Spur hinterlässt. Zu wenig, und das Pastell zerfällt bereits zu Pulver, bevor es die Papieroberfläche berührt.
Weil ich eine solche Neigung zur Alchemie habe, habe ich selbstverständlich versucht, meine eigenen Pastelle herzustellen. Dadurch gewann ich noch mehr Achtung vor diesem Handwerk. Einige gelangen recht gut und ließen sich verwenden; andere waren vollkommen unbrauchbar – obwohl zwischen ihnen nur wenige Farbnuancen lagen. Angesehene Pastellhersteller stehen in ganzen Traditionen. Über Generationen wird immer mehr Erfahrungswissen weitergegeben, bis gewaltige Enzyklopädien vollkommener Rezepturen für jede Farbe, ihre einzelnen Tonwerte und Temperaturen entstehen. Für mich ist es deshalb ein zutiefst menschliches Medium: vom Finden oder Erzeugen des Pigments über das Formen und Verpacken von Hand bis zu den Händen des Künstlers selbst.
Verletzlichkeit als Präsenz, nicht als Schwäche

Eines der häufigsten Argumente dafür, weshalb Pastelle ihren Platz als eigenständige vollendete Werke angeblich nicht verdient hätten, ist ihre Empfindlichkeit. Das Pigment kann beinahe vollständig vom Papier gewischt, durch Wasser augenblicklich beschädigt oder sogar durch zu hohe Luftfeuchtigkeit verändert werden. Doch sind das wirkliche Gründe, eine der reinsten Formen künstlerischen Materials zurückzuweisen?
Als Künstler, der beinahe auf Pastellmalerei spezialisiert ist, verwende ich gewöhnlich das oberste Ende dieser Skala: Pastelle aus nahezu reinem Pigment. Diese von Hand gefertigten Stifte enthalten keine Füllstoffe und gerade so wenig Bindemittel, dass sie kaum zusammenhalten; deshalb können sie nicht industriell verarbeitet werden. Sie brauchen menschliche Berührung und sehr lange Trocknungszeiten, damit sie nicht reißen. Meist verwende ich ultraweiche oder sehr weiche Pastelle; reines Pigmentpulver habe ich bislang nicht verwendet – aus Gründen, die im Verlauf dieses Artikels deutlich werden.
Pastell als das Medium, das dem ersten Druck der Hand am nächsten kommt

Wenn es unsere Hände als Künstler berührt, kann die Magie beginnen.
Oder auch nicht.
Pastelle sind berüchtigt schwierig zu beherrschen. Die meisten Künstler meiden sie oder hassen sie geradezu. Sie sind noch unnachgiebiger als Kohle, weil sie sich nicht einmal ausradieren lassen und zugleich so leicht zerstört werden können. Dieser äußerst kurze Bereich der Bearbeitbarkeit, ihre Unverzeihlichkeit und die Brutalität, mit der sie Fehler zeigen, während das Ergebnis so zart ist, machen sie wenig beliebt.
Doch in Wahrheit ist Pastell ein vollkommen eigenes Medium in einer eigenen Liga. Es ist wie Fingermalerei mit etwas mehr Kontrolle – wobei sicher auch darüber heftig gestritten würde.
Es besitzt jedoch eine so grundlegende Ehrlichkeit, dass kein anderes Medium sie nachbilden kann.
Bei Farbe gibt es Pinsel, Trocknung, Schichtung, Abnahme und sogar Abschaben. Beim Pastell gibt es Druck, Körnung, Staub und Hand – und auch deren Reichweite ist begrenzt. Man kann nur so viel Druck ausüben, bevor der Pastellstift praktisch in der Hand explodiert. Und man kann nur so sanft sein, bevor überhaupt keine Spur entsteht. Viele lieben die Möglichkeiten des Verblendens, die nur von echten Ölfarben übertroffen werden; ich selbst vermeide das Verblenden jedoch beinahe um jeden Preis. Wie das Radieren kann es unehrliche Gewohnheiten fördern: Man verwischt und verbirgt seine Fehler dahinter. Ich bevorzuge die Brutalität des Mediums und habe ihm ein ganzes Jahr gewidmet, nur um meine Hand darin zu stabilisieren.
Diese Brüchigkeit besitzt etwas so Rohes, dass sie gepriesen und bewahrt werden muss.
Die Körnung des Papiers als Beziehung: Wie Pastell Pigment hält

Es dauerte lange, bis ich begriff, dass das Papier ebenso wichtig ist wie die Qualität des Pastells. Ähnlich wie beim Aquarell sind Papier und Oberflächenkörnung für ein gelungenes Werk entscheidend. Als Körnung bezeichnen wir den Widerstand, den die Struktur des Papiers oder der zu bemalenden Fläche dem aufgetragenen Medium entgegensetzt. Beim Aquarell entsteht er durch kalt- oder heißgepresste dicke Papiere, die das zum Arbeiten benötigte Wasser aufnehmen können. Für Pastell braucht man genügend Körnung, damit das Pigment greifen kann, aber nicht so viel, dass man einen ganzen Pastellstift verbraucht, um eine sichtbare Spur zu hinterlassen. Da Pastelle recht teuer sind, ist dieser Unterschied erheblich.
Ist das Papier zu glatt, kann Pastell an nichts greifen und fällt buchstäblich vom Blatt. Genau dasselbe geschieht, sobald die Körnung mit Pigment gefüllt ist. Anders als bei jedem anderen Medium hat ein Künstler mit Pastell daher nur zwei gute Versuche, mit Glück drei, um alles richtig zu treffen, bevor das Papier zurückschlägt und überschüssiges Pigment gewissermaßen wieder ausspuckt.
Diese Beziehung zum Papier wird dadurch wesentlich. Ich verwende inzwischen konsequent nur handgeschöpftes Baumwollpapier von Hahnemühle. Es besitzt genügend Körnung, um das Pigment sicher zu halten, aber nicht so viel, dass ich es mit einem Pinsel körperlich hineindrücken müsste.
Die Oberfläche als Ort, an dem das Kunstwerk auf die richtige Weise unvollendet bleibt

Vielleicht noch stärker als Aquarell besitzt Pastell eine beinahe dreidimensionale Qualität. Die Körnung selbst ist dreidimensional, und je nach Druck kann man sie in größere oder geringere Sättigung und Intensität abflachen. Diese Fähigkeit ähnelt vielleicht eher der von Graffitikünstlern als der anderer Maler: Je näher man an der Wand ist, desto intensiver die Farbe; je weiter entfernt, desto flüchtiger der Effekt. Pastell funktioniert beinahe genauso, nur auf der Ebene eines Mikrouniversums. Da unsere Hände im Verhältnis zu diesen winzigen Stiften so groß sind, gleichen die erforderliche Sorgfalt und die Instinkte eher denen der Impressionisten als denen gewöhnlicher Maler.
Dieses Medium trocknet nicht und bildet keine Haut. Es bleibt die ungeschützte letzte Aufzeichnung der Hand und des buchstäblichen Fingerabdrucks des Künstlers. Das Werk ist daher seinem Wesen nach nicht „weniger haltbar“, sondern an seiner Oberfläche entblößt. Genau diese Unvollendetheit erforsche ich mit dem Medium. Besonders die Qualität der Kanten, die sich damit erreichen lässt, ist schlicht unvergleichlich. Das Kratzen der Papierkörnung fügt der Erfahrung von Kunst und ihrer Entstehung eine weitere Dimension hinzu, mit der nicht einmal Kohle konkurrieren kann.
Diese Eigenschaften machen Pastell unverkennbar zu einem eigenständigen Medium – und offen gesagt zu einem Medium in einer eigenen Liga.
Warum Pastell zur Figur nach dem lebenden Modell passt

Die alten Meister verwendeten Pastell intuitiv als Skizzenmedium, als Vorstufe zum Gemälde vor den großen Ölbildern. Das ist nicht nur bequem, weil keine Farben gemischt, kein ganzes Studio und keine Malmittel mitgeführt werden müssen; es ist auch unmittelbar. Es muss nicht trocknen, schon gar nicht so lange wie Ölfarbe, und die Farbe verändert sich mit der Zeit nicht.
Was man sieht, ist, was man erhält.
Diese brutale Ehrlichkeit bedeutet jedoch auch, dass kaum Raum für Fehler bleibt. Möchte man eine rote Spur setzen, sollte man sich sicher sein, denn der rote Pastellstift wird sie liefern. Ist sie einmal da, lässt sie sich nicht zurücknehmen. Versucht man es, entsteht ein verschmierter Fleck und ein Papier mit verminderter Körnung, das weniger oder gar kein weiteres Pastell annimmt und nichts als reine, glorreiche Frustration zurücklässt.
Durch diese Rauheit und Dreidimensionalität der Begegnung zwischen Papierkörnung und Pigment lassen sich in einer Sitzung nach dem lebenden Modell unglaubliche kleine Augenblicke festhalten. Manche Spuren können nur mit Pastell entstehen, und genau diese Spuren feiere ich.
Im richtigen Augenblick kann Pastell beinahe über dem Papier schweben: wie reines Pigment, das flüchtig in der Luft hängt.
Da es trockenes Pulver ist, schwebt es tatsächlich im Raum. Es liegt oben auf der Papierkörnung – ein Albtraum für Restauratoren und Museen. Doch weshalb sollte Kunst unserer Gewalt immer widerstehen müssen?
Sorgfalt als Form der Achtung, nicht als Unbequemlichkeit

In dieser Zartheit liegt etwas Kostbares. Ein Pastell, das überdauert, erzählt nicht nur die Geschichte seiner Entstehung, sondern auch die seiner Behandlung. Damit ein Pastellbild Generationen übersteht, braucht es über Generationen wirkliche, aufrichtige Sorgfalt, Wissen und Schutz vor genau jener Gewalt, der Kunstwerke fortwährend begegnen.
Ob bei Umzügen und jeder Form des Umgangs oder unter autoritären Regimen, die Kunst für illegal und gefährlich erklären: Kunst überlebt durch die Hände von Menschen – durch unsere Hände.
Da meine eigene Philosophie ganz auf Menschlichkeit und Sorgfalt beruht, gehört die Verletzlichkeit dieses Mediums zur Kunst selbst. Sie ist kein Hindernis, sondern ein Versprechen, dass die Werte dieser Praxis durch das Werk auf unmittelbare und körperliche Weise mit seinem Sammler fortgeführt werden.
Seine Verletzlichkeit verlangt von uns unmittelbar Achtung vor der Kunst selbst – auf eine Weise, die andere Medien nicht vermögen. Das ist etwas Schönes, das als solches bewahrt werden sollte.
Warum matte Farbe anders wirkt als digitale Farbe

Pastelle sind matt. Ungeheuer matt. Sie nehmen Licht fast ohne glänzende Reflexion auf, und anders als beim Aquarell wird ihre Intensität weder abgeschwächt noch verdünnt: Sie bleiben reines, vollständig gesättigtes Pigment. Deshalb sind sie so außerordentlich schwer richtig zu fotografieren. Zwar lassen sie sich mangels Reflexionen leichter aufnehmen als Ölgemälde, doch die Lebendigkeit dieser Pigmente lässt sich nicht fotografieren. Aus diesem Grund bin ich bei der Bearbeitung häufig gezwungen, die Sättigung geringfügig anzupassen, damit Menschen wenigstens einen Eindruck des wirklichen Werks erhalten.
Pastelle sind tatsächlich alterungsbeständig. So empfindlich sie auch sind, gehören sie ironischerweise zu den lichtechtesten Farben, die wir besitzen. Da sie kein Öl enthalten, vergilben sie mit der Zeit auch nicht.
Ist das nicht außergewöhnlich?
Man sieht genau das, was der Künstler sah und mit den eigenen Fingern auftrug – und möglicherweise bleibt es für immer so. Bewahren Menschen, Kultur und Sammler das Werk sicher, kann jeder seine Frische und Unmittelbarkeit so erfahren, wie sie von der Hand des Künstlers niedergelegt wurden.
So matt die Pigmente sind, reflektieren sie dennoch Licht, und dadurch sind diese Bilder wahrhaft lebendig. Wenn das Licht durch Ihr Zuhause wandert, wird es von jedem einzelnen Pulverteilchen auf eine Weise zurückgeworfen, die sich nicht reproduzieren lässt.
Pastell ist daher das Gegenteil von Bildschirmfarbe und digitaler Welt: nicht hinterleuchtet, nicht glänzend, nicht algorithmisch verstärkt, sondern sinnlich, menschlich … texturiert.
Lesen Sie mehr über die Unterschiede zwischen digitalen Bildern und Originalkunstwerken in meinem Artikel: Ist der Besitz von Originalkunst in einer digitalen Kultur noch von Bedeutung?
Die wirkliche Angst des Sammlers: nicht Beschädigung, sondern Verantwortung

Die Frage lautet dann nicht mehr „Wird das verwischen?“, sondern „Darf ich etwas so Zartes besitzen?“ Besonders in westlichen Kulturen wird „Qualität“ mit Haltbarkeit und Widerstandsfähigkeit gegen – letztlich – unsere eigene Verantwortungslosigkeit verbunden. Vergleichen wir dies etwa mit den berühmten Kimonos Japans, erkennen wir, wie Kultur Teil von Kunstwerken werden kann. Kimonos würden eine rauere Kultur wie die unsere vielleicht nicht überstehen, doch in Japan überdauern sie viele Generationen. Es erfüllt Menschen mit Stolz, einen kunstvoll gefertigten Kimono zu pflegen, der über Generationen weitergegeben wurde. Es erfüllt sie mit Stolz, diese Verantwortung der Sorgfalt zu übernehmen. Und wie Kimonos verzweifelt getragen werden wollen, wollen Pastelle verzweifelt gesehen werden.
Das Kunstwerk wird dadurch zu einer sozialen Verantwortung, bei der Ihre Sorgfalt buchstäblich und auf äußerst praktische, unmittelbare Weise Teil des Werks wird – eher vergleichbar mit der Arbeit eines Restaurators an einem Ölgemälde als mit der eines gewöhnlichen Kunstsammlers.
Die Angst sollte daher nicht zu dem Gedanken führen, „der beste Ort für ein Pastell sei ein sicherer Banktresor“, sondern zum Gegenteil. Ein Pastellbild möchte gesehen und gewürdigt werden, und seine Pflege sollte mit Stolz übernommen werden.
Stellen Sie sich ein Pastell vor, das wie ein Kimono über Generationen weitergegeben wird. Es hält nicht nur den unmittelbaren Ausdruck des Künstlers lebendig, sondern bezeugt auch eine Praxis von Sorgfalt, Verantwortung und Achtung als wirklich gelebte Werte innerhalb einer Familie – gemeinsam mit einem schönen Kunstwerk von Generation zu Generation weitergereicht.
Das ungerahmte Original als Kunstwerk vor seiner letzten Schwelle
Ich verkaufe meine Pastellbilder aus zwei Gründen meist ungerahmt.
Erstens kann ich sie auf die sicherste Weise versenden, die ich für meine eigenen Werke gefunden habe: mit Schutzmaterialien in Museumsqualität. Viele würden schwören, ein Pastell zu rollen sei Mord. Bei meinen eigenen Arbeiten ist es jedoch, sofern es richtig geschieht, eine der sichersten und kontrolliertesten Versandarten; das Pigment bleibt dabei weit sicherer an seinem Ort als in einem Rahmen. Selbst wenn ich ein gerahmtes Pastell versende, sichere ich das Pastell zunächst im Rahmen und baue den Rahmen erst dann darum.
Zweitens eröffnet dies dem Sammler einen weiteren Zugang, das Kunstwerk mit einem Rahmen nach eigener Wahl und eigenem Geschmack zu vollenden. Selbstverständlich biete ich nach der Ankunft umfassende Beratung an, wo immer sie benötigt wird. Viele Sammler genießen den Vorgang der Rahmung jedoch sehr, besonders bei einem Pastell.
Ein Sammler brachte mein Werk zu seinem bevorzugten Rahmenmacher. Als dieser sah, dass es tatsächlich ein Pastell war, warf er alle aus seiner Werkstatt und rief: „Niemand atmet auch nur in seiner Nähe, bis ich es gesichert habe!“ Der Sammler fühlte sich sehr geehrt, dass sein neues Werk mit einer derart intensiven Sorgfalt behandelt wurde, während andere Arbeiten auf dem Boden festgesteckt und recht grob gehandhabt worden wären.
Da Pastell ein eher seltenes Medium ist, hatten viele Rahmenmacher noch keine Gelegenheit, eines zu rahmen, und auch sie empfinden dabei große Freude.
Und dann folgt die letzte Magie: Sie erhalten Ihr Werk in dem Rahmen, den Sie gewählt und mit Ihrem Rahmenmacher besprochen haben, im Einklang mit den Pflegehinweisen des Künstlers. Von den Händen des Pastellherstellers über die Hände des Künstlers und die Hände des Rahmenmachers ist es schließlich da: in Ihren Händen.
Und später hoffentlich in den Händen Ihrer Kinder.
Dieser gesamte Prozess besitzt etwas wunderschön Menschliches, etwas von Maschinen, Algorithmen und Industrialisierung Unverfälschtes.
Er verdient seinen Platz in den höchsten Rängen der bildenden Kunst.
Häufig gestellte Fragen
▸ Ist der Versand eines ungerahmten Pastelloriginals sicher?
Ja. Ich versende meine Originalpastelle meist ungerahmt, weil dies für meine eigenen Arbeiten die sicherste und kontrollierteste Methode ist, die ich gefunden habe. Jedes Werk wird mit Materialien in Museumsqualität geschützt und so verpackt, dass die Pastelloberfläche während des Transports möglichst stabil bleibt.
Der Versand ist über den vollen Wert des Kunstwerks versichert.
Nach der Ankunft sollte das Werk unmittelbar zu einem professionellen Rahmenmacher gebracht werden, möglichst ohne es vorher zu öffnen oder anzufassen.
▸ Was soll ich tun, wenn das Pastell ankommt?
Berühren Sie die Oberfläche des Kunstwerks bitte nicht.
Pastell besteht aus empfindlichem Pigment, das auf der Körnung des Papiers ruht. Am sichersten ist es daher, das Werk in seiner Schutzverpackung zu belassen und unmittelbar zu einem professionellen Rahmenmacher zu bringen. Dem Werk liegen Hinweise zur Handhabung bei; sie sollten befolgt werden, bevor es geöffnet, montiert oder gerahmt wird.
▸ Wird es verwischen?
Ja, wenn es berührt oder unsachgemäß behandelt wird.
Nein, wenn es richtig gerahmt und gepflegt wird.
Ein Pastelloriginal sollte als empfindliche Oberfläche behandelt werden, nicht als versiegeltes Kunststoffobjekt. Fachgerecht hinter Schutzglas gerahmt, kann es sicher gezeigt und betrachtet werden und zugleich die lebendige Qualität des Pigments bewahren.
▸ Verwenden Sie Fixativ?
Sammler oder Rahmenmacher dürfen niemals ohne Erlaubnis des Künstlers Fixativ auf das Werk auftragen.
Fixativ kann Pastellpigmente verdunkeln, abstumpfen oder sichtbar verändern. Ich selbst lasse nur den feinen Nebel des Fixativs über das Pastell fallen, statt die Oberfläche stark zu besprühen. Dadurch bleiben Zartheit, Pulverqualität und Farbintensität des Werks so weit wie möglich erhalten.
Das ist sehr wichtig: Die Oberfläche darf nicht von jemand anderem „versiegelt“ werden, als handle es sich um ein technisches Problem, das gelöst werden müsse. Die Zartheit des Pigments gehört zum Kunstwerk.
▸ Wie sollte ein Pastelloriginal gerahmt werden?
Dem Werk liegen Anweisungen für den Rahmenmacher bei.
Ich empfehle, Originalpastelle ausschließlich professionell und mit säurefreien Materialien in Restaurierungsqualität rahmen zu lassen. Das Pastell sollte hinter UV-schützendem Museumsglas liegen, idealerweise mit entspiegelnden Eigenschaften. Das Glas soll vor UV-Licht schützen und die Oberfläche zugleich klar und lebendig sichtbar halten.
Die Pastelloberfläche darf das Glas niemals berühren. Sie muss mit geeignetem Abstand montiert werden; das Passepartout sollte sorgfältig angepasst sein, damit möglichst kein Staub in das gerahmte Werk eindringt. Säurefreier Passepartoutkarton und Restaurierungsklebeband sollten verwendet werden, darunter ein Band, das sich bei Bedarf sicher entfernen lässt.
▸ Kann ich es bei gewöhnlichem Licht in meinem Zuhause aufhängen?
Ja, aber mit Sorgfalt.
Das Werk sollte nicht in direktem Sonnenlicht, bei hoher Luftfeuchtigkeit, in Badezimmern oder Küchen oder an Orten hängen, an denen es Feuchtigkeit, Hitze, Rauch oder grober Behandlung ausgesetzt wäre. Ideal ist eine ruhige Innenwand mit stabilem Licht und stabiler Temperatur.
Pastell ist berührungsempfindlich, kann aber bei fachgerechter Rahmung und unter den richtigen Bedingungen über Generationen leuchtend und schön bleiben.
▸ Ist Pastell alterungsbeständig?
Ja. Pastell gehört bei sachgerechter Pflege zu den alterungsbeständigsten Farbmedien.
Da das Pigment nicht in Öl gebunden ist, vergilbt es im Lauf der Zeit nicht so, wie ölbasierte Materialien es können. Hochwertige Pastellpigmente sind außerdem sehr lichtecht. Die Oberfläche ist empfindlich, doch die Farbe selbst kann außerordentlich frisch bleiben, wenn das Werk vor Berührung, Feuchtigkeit, direkter Sonne und unachtsamer Behandlung geschützt wird.
▸ Weshalb verkaufen Sie viele Originale ungerahmt?
Aus zwei Gründen.
Erstens kann ich sie auf diese Weise mit Schutzmaterialien und einer auf meine eigenen Pastellarbeiten abgestimmten Methode sicherer versenden.
Zweitens wird die Rahmung zur letzten Schwelle des Kunstwerks. Der Sammler wählt Rahmen, Passepartout und endgültige Präsentation im Gespräch mit seinem Rahmenmacher und folgt dabei meinen Pflegehinweisen.
In diesem Sinn wandert das Werk von den Händen des Pastellherstellers in die Hände des Künstlers, weiter in die Hände des Rahmenmachers und schließlich in die Hände des Sammlers.
▸ Was geschieht, wenn das Kunstwerk beim Versand beschädigt wird?
Der Versand ist über den vollen Wert des Kunstwerks versichert.
Sollte bei der Ankunft etwas beschädigt erscheinen, müssen Verpackung und Kunstwerk vor jeder weiteren Berührung sofort fotografiert werden. Das Werk darf nicht berührt, gereinigt, fixiert, besprüht oder auseinandergenommen werden. Kontaktieren Sie mich so bald wie möglich, damit der Schaden sachgerecht beurteilt und das Versicherungsverfahren mit der erforderlichen Dokumentation abgewickelt werden kann.
▸ Worin unterscheidet sich dies von einem Print?
Ein Fine-Art-Print kann wunderschön sein, doch ein Pastelloriginal ist ein vollkommen anderer Gegenstand.
Ein Originalpastell enthält das tatsächliche Pigment, das von der Hand des Künstlers berührt wurde. Das Pulver liegt auf der Körnung des Papiers; die Oberfläche bewahrt Druck, Zögern, Kante, Staub und Fingerabdruck. Wenn das Licht durch Ihr Zuhause wandert, trifft es auf die Pigmentteilchen auf eine Weise, die weder ein Print noch ein Bildschirm nachbilden kann.
Mehr zu diesem Unterschied finden Sie auch in meinen Artikeln über Giclée-Prints und Originalkunstwerk oder Fine-Art-Print.