Künstlerisches Statement
Meine Arbeit ist eine Praxis der Präsenz, des Seins und des Dialogs. Ich male und zeichne überwiegend nach dem lebenden Modell und lasse jedes Bild aus der unmittelbaren Begegnung hervorgehen statt aus einem kuratierten Ansatz. Ich beginne ohne festgelegte Komposition und lasse die Beziehung zwischen Körper, Licht und Aufmerksamkeit das Werk formen, während es entsteht.


Als autistischer Künstler mit synästhetischer Wahrnehmung erlebe ich Farbe, Klang und Form als miteinander verbunden. Farbe trägt Druck und Gefühl, Rhythmus bestimmt Struktur, und Form entsteht durch geschichtete Empfindung. Malerei wird zu einem Weg, diese Wahrnehmungswelt sichtbar zu übersetzen – nicht als Darstellung, sondern als Resonanz.
Jede Sitzung ist unmittelbar und unwiederholbar. Jede Spur antwortet auf die vorherige und bildet eine direkte Dialektik zwischen mir, dem Modell und dem gegenwärtigen Augenblick. In dieser Praxis ist das Modell nicht einfach ein Motiv, sondern ein Mitwirkender in einem nichtlinearen Prozess. Das Werk entwickelt sich durch gemeinsame Erfahrung: eine Geste, eine Pause, eine Verschiebung des Lichts oder Ausdrucks – die Wahrheit eines Pinselstrichs.
Realismus hat sich als unzureichend erwiesen, wenn es darum geht, einen flüchtigen Zustand des Seins festzuhalten – jenen Augenblick, in dem Präsenz sichtbar wird. Diese Werke versuchen, diesen Augenblick zu halten und etwas zu formen, das andernfalls unbemerkt verginge, einschließlich der Spannung zwischen Bild und Wirklichkeit selbst. Der Wettlauf gegen die Zeit ist zu einem Werkzeug geworden, um Wesen und Wahrheit freizulegen, manchmal jenseits und häufig entgegen meinen eigenen ästhetischen Vorlieben. Diese Dialektik vollzieht sich am Rand von Ego, Wirklichkeit und dem Kunstwerk, das ins Dasein treten möchte.

Im Kern beschäftigt sich meine Praxis mit der Verletzlichkeit menschlicher Präsenz – oder Abwesenheit. Jedes Werk steht als einzigartige, unwiederholbare Aufzeichnung einer Begegnung: eine Weise, dem Verschwinden zu widerstehen und der Wahrheit wieder Gewicht zu geben.